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Ortszirkel Aalen,
Ellwangen und Nördlingen |
Ostalb CV in Oberbayern
Jahresausflug vom 18. bis 21.06.2009
Donnerstag, 18. Juni 2009
Dieses Jahr hat Cbr. Dr. Walter
Mießen FcA für den Ostalb CV eine Jahresfahrt nach München in die
Landeshauptstadt des Freistaates Bayern vorbereitet. Die Teilnehmer
kommen von den CV-Zirkeln in Aalen, Ellwangen und Nördlingen. Um 8,30
Uhr starten wir bei schon beachtlicher Wärme, Sonnenschein und blauem
Himmel mit einem Bus mittlerer Größe von Rühle-Gold in Bartholomä. Mit
neun Personen beginnt die Reise an der Zeppelinstrasse in Aalen. Zwei
steigen in Wasseralfingen und an der Heimatsmühle zu und vier auf dem
Schießwasen in Ellwangen. Bei den restlichen acht Teilnehmern handelt es
sich um „Externe“ , vor allem aus dem Zirkel Nördlingen, mit
Dauerquartieren in München. Zügig bringt uns unser allseits bereits
bekannter Fahrer Gerd Rubner über A7 und A8 in die Isarmetropole. Mit
leichter Verspätung durch Staus erreichen wir das erste Ziel, die neue
Synagoge am Jakobsplatz in der Altstadt. Eine sympathische und
sachkundige Führerin, die schon in Israel gelebt hat, macht uns mit dem
Haus vertraut. Die Außenwand erinnert in ihrer Natursteinstruktur an die
Klagemauer in Jerusalem, das Innere ist baulich sowohl einem Zelt wie
auch einem Tempel nachempfunden. Auch die Hölzer der Wandverkleidung
kommen aus dem mediterranen Raum. Unwillkürlich kommt einem der Gedanke
an das „Zelt Gottes unter den Menschen“ aus dem alten Testament in den
Sinn. Erhabene Ruhe geht vom Thoraschrein mit seinem dunkelblauen
Samtvorhang aus. Zum Mittagessen sind wir in der nahen Sendlinger
Strasse im Restaurant „Hackerhaus“. Danach schließt sich die Führung
durch das „Jüdische Museum“an, wo wir neben der Erklärung der Exponate
auch viel über das Leben der Juden in München in Vergangenheit und
Gegenwart erfahren. Auch der Holocaust gehört dazu. Ebenfalls in der
Nähe befindet sich in der Hotterstrasse unser Hotel „Mercure Altstadt“,
wo wir um 16,15 Uhr unsere Zimmer beziehen können. Weniger erfreulich
ist der Lärm der riesigen Baustelle gegenüber, wo zur Zeit die
aufgelassenen Gebäude der „Süddeutschen Zeitung“ abgebrochen werden. Nur
kurz ist die Ruhepause, denn um 17,30 Uhr holt uns der Bus bereits
wieder ab. Letzter Programmpunkt des Tages ist die . Besichtigung der
Dauerausstellung „BMW Welt“ mit einführender Filmvorführung. Sodann
folgt noch mit ca. 2 km Fußweg eine Führung durch einige Abteilungen des
BMW - Werkes , wie Presswerk, Herstellung von Karosserieteilen,
Karosseriemontage, Lackiererei, Endmontage und Abnahme. Kann man sich im
ersten Teil des Besuches an der Schönheit moderner Technik und
Bauarchitektur mit viel Glas, Sichtbeton und Aluminium im milden Licht
der Abendsonne erfreuen, so sind es im zweiten Teil die gewaltigen
Pressen, die geisterhaft zusammenwirkenden Roboter mit ihren glühend
leuchtenden Schweißzangen ebenso wie die elektronisch gesteuerten
Bandstrassen. Sie vermitteln den zum Teil schon lange aus dem
Berufsleben ausgeschiedenen Teilnehmern ein anschauliches Bild moderner
industrieller Fertigung. Auffallend für alle ist die relative Sauberkeit
, in der sich dies alles vollzieht. Gegen 22,00 Uhr erreicht man
schließlich wieder das Hotel in der Hotterstrasse. Eine urgemütliche,
nicht programmierte, aber trotzdem erholsame Bier- und späte
Brotzeitsitzung im Innenhof des „Augustiner“ an der Neuhauser Strasse
schließt den Tag ab.
Freitag, 19. Juni 2009
Nach gutem Schlaf und sehr
gutem Frühstück starten wir um 8,15 Uhr mit dem Bus. Wie es sich am
Abendhimmel bereits abgezeichnet hat, regnet es in Strömen. Wir
besichtigen heute die Allianz-Arena. Sie liegt am nördlichen Ende des
Stadtteils Schwabing-Freimann in der Fröttmaninger Heide, einem früheren
Truppenübungsgelände. Weithin sichtbar gleicht sie einem riesigen
Autoreifen, der in der Landschaft liegt. Geplant wurde sie von dem
Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron . Die Eröffnung war am
30.Mai 2005. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 286 Mio. Euro. Dach
und Fassade des Stadions bestehen aus 2.760 EFTE - Luftkissen, die
ständig mit getrockneter Luft aufgeblasen werden. Die Folie ist 0,2 mm
dick. Die Beleuchtung der Kissen ist in drei Farben möglich. Dabei ist
Rot bei Spielen des FC Bayern München, Blau für den TSV 1860 München und
Weiß für Länderspiele vorgesehen. Die Beleuchtungskosten betragen nur
EUR 50,-- pro Stunde. Bei klarem Wetter ist die Arena in der Nacht 75
Kilometer weit zu sehen. Das Stadion kann 69.901 Zuschauer in den
verschiedensten Kategorien aufnehmen, davon 66.000 auf Sitzplätzen.
Entsprechend umfangreich ist auch die Zahl der Imbiss–, Getränke- und
Eisstände, Restaurants, Fan-Shops und Parkmöglichkeiten. Auch zwei
Kindertagesstätten fehlen nicht. Eine kompetente und freundliche
Führerin geleitet und begleitet uns bis zum Ausgang. Zum Mittagessen
fahren wir zurück in die Hotterstrasse in Münchens älteste Gaststätte,
die „Hundskugel“. Sie existiert seit dem Jahre 1440 und gehörte
zeitweilig dem Rudolf Moshammer, der sich mit seinem Hundle gern hier
aufgehalten hat. Nach kurzer Mittagsruhe geht es um 14,15 Uhr wieder mit
dem Bus zu einem Besuch in die Bayerische Staatskanzlei. Es ist der
Amtssitz von Ministerpräsident Horst Seehofer. Der mächtige Bau, der den
Hofgarten an seiner Ostseite begrenzt, beherbergte bis zum 2. Weltkrieg
das Bayerische Armeemuseum, das jetzt in Ingolstadt untergebracht ist.
Eine Ministerialrätin empfängt uns im Kabinettsaal, in dem der Hausherr
einmal wöchentlich seine ressortübergreifenden Themen mit den Ministern
und Staatssekretären erörtert und seine Richtlinienkompetenz ausübt. .
Einige Kostproben aus der täglichen Arbeit des Hauses erhalten wir von
der interessant erzählenden Führerin. Das schlichte, stilvolle
Metallkreuz an der Wand ist ein Geschenk von Kardinal Wetter. Von der
Fensterfront aus hat man einen schönen Blick über das nahe Haus der
Kunst und Teile des Englischen Gartens. Von den weiteren Räumen sehen
wir die gemütliche Zirbelstube, den Kuppelsaal und die Orangerie. Wegen
des anhaltenden Regens bringt uns der Bus in das Hotel zurück. Am Abend
teilt sich der Teilnehmerkreis in die Besucher des Musicals „My fair
Lady“ im Gärtnerplatztheater. Sieben Personen besuchen den „Loriot“ in
der Komödie im Bayerischen Hof. Das erwähnte Musical wird vom
Gärtnerplatztheater in einer Inszenierung des längst verstorbenen August
Everding seit dem Jahre 1984 regelmäßig wieder aufgeführt. Am heutigen
23. Juni 2009 ist es die 210. Vorstellung. Meisterhaft gelingt es, durch
Ambiente, Kostüme, Musik und Text die Zuschauer in das viktorianische
Zeitalter “Old England´s“ zurückzuversetzen. Bei einer spontanen
Nachsitzung im Foyer des Hotels trifft sich der harte Kern der beiden
Gruppen bei Bier und Wein zu später Stunde wieder, denn die Kehlen sind
in Regennächten besonders trocken.
Samstag,
20. Juni 2009
Um 9,30 Uhr bringt der Bus
die heute gut ausgeschlafenen und am reichhaltigen Frühstücksbüfett des
“Mercure“ gestärkten Reiseteilnehmer hinaus nach Grünwald im Isartal,
heute nicht zu Karl Valentins „alten Rittersleuten“, sondern in die
Bavaria – Filmstudios. Ein Student der TU im Ferienjob begleitet uns
zuerst im Bimmelbähnle und dann zu Fuß durch das Gelände mit den
verschiedenen Aufnahmehallen und Freilichtkulissen. Er zeigt uns, mit
welchen Tricks sowie Ein- und Ausblendtechniken in Ton und Bild unsere
liebe vertraute Traumfabrik heute Filme herstellen kann. Dabei dürfen
sich mutige Buben und Mädchen als Darsteller selbst einmal auf der
Leinwand hören und sehen. Vertraute Requisiten beispiels-weise aus dem
„Boot“ oder der „unendlichen Geschichte“ stauben still vor sich hin,
werden aber von den jugendlichen Fans wieder zu neuem Leben erweckt.
Auch mit vertrauten, zumeist jüngeren Gesichtern von bekannten
Darstellern, gibt es ein Wiedersehen. Zur Mittagszeit fahren wir wieder
zum Hotel zurück. Weil die Reiseleitung freien Auslauf gewährt, trifft
sich zum Mittagessen das Gros wieder an der Ecke zur Hackenstrasse in
der „Hundskugel“ und labt sich an Schweinsbraten, Semmelnknödeln,
Weißwürsten und anderen Köstlichkeiten der bayerischen Speisekarte. Ab
14,30 Uhr sind vom Hotel ab zwei geführte Stadtrundgänge angeboten: a)
„Barock und Rokoko“.- München leuchtet.- Ein kompetenter Münchener
führt seine Gruppe zunächst in die Neuhauser Strasse in die
Jesuitenkirche St. Michael. Sie reicht in ihrer Gesamtanlage zwar in
die Renaissancezeit zurück, ist aber weitgehend im barocken Stil
ausgestaltet. Licht und Überschaubarkeit im Gotteshaus wie im
kirchlichen Leben sei ein Grundanliegen der Jesuiten gewesen. Er hebt
auch hervor, dass St. Michael die Wirkungsstätte von unserem Cbr. P.
Rupert Mayer SJ Gu, dem unerschrockenen Kämpfer gegen den
Nationalsozialismus, gewesen ist, der am 1.11.1945 am Hochaltar dieser
Kirche tot zusammenbrach. Weitere Stationen sind die
Dreifaltigkeitskirche sowie Palais und Denkmal des Grafen Montgelas am
Promenadeplatz, das Palais Holnstein und der Theatinerhof, die
Theatinerkirche von St. Kajetan, die Höfe der Residenz und das
Cuvillestheater und schließlich die Rokokokirche St. Johannes Nepomuk an
der Sendlinger Strasse, gestaltet von den Gebrüdern Asam. b) „Vom Alten
Hof zu den hängenden Gärten.“ - München neu entdecken.- Diese Gruppe
wird von einer Dame geführt. Sie kommt in den Alten Hof, der neu
gestaltet worden ist, ferner in die sogenannten „fünf Höfe“ mit
eleganten Geschäften und den Hängepflanzen in den Galerien. Sie besuchen
die Residenz, wo sie von unserem Cartellbruder, dem bayerischen
Innenminister Joachim Herrmann FcC, begrüßt und mit Getränken bewirtet
werden. Er ist zufällig anwesend wegen der Vereidigung von 770 jungen
Beamten der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Seinen Abschluß findet für
uns alle der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen im „Spöckmeier“ in der
Nähe des Marienplatzes. Die milde Abendluft lädt noch zu kleinen
individuellen Spaziergängen zu Ludwig Beck am Rathauseck, zu Dallmeyr
in der Dienerstrasse und durch die Gassen der Altstadt ein.
Sonntag, 21. Juni 2009
Alle genießen noch einmal
das herrliche Frühstück im Hotel und kommen um 10,00 Uhr zum festlichen
Hochamt in den Dom, die „Frauenkirche“. Dort wird in diesen Tagen das
Fest des Diözesanpatrons, des hl. Bischofs Benno von Meißen, gefeiert.
Zur Aufführung kommt heute die “Messe pour deux voix ègales“ von Cècile
Chaminade. Dazu singen die Münchener Domsingknaben unter der Leitung von
M. Danes. Beeindruckend ist auch die Feier der Liturgie. In seiner
Predigt weist Weihbischof Engelbert Siebler auf den durch das Konzil
bestätigten Auftrag der Laien zum Apostolat hin, der nicht nur im
karitativen und gesellschaftlichen, sondern auch im religiösen Bereich
erfüllt werden soll. Alles in allem ist dieser Gottesdienst ein
Höhepunkt und ein würdiger und krönender Abschluss unseres Aufenthaltes
in München. Um 11,45 Uhr fahren wir mit unserem Bus ab nach Andechs, wo
wir noch eine Zwischenstation einlegen. Im „Mälzerstüble“, das für uns
reserviert ist, essen wir zu Mittag. Auch der Vorsitzende des Ellwanger
Zirkels, Cbr. Rolf Mangold Gu,Ae, kommt trotz gleichzeitigem
Stiftungsfest seiner „Aenania“ kurz von München herüber. Er spricht
offiziell unserem Dr. Walter Mießen den Dank aller Teilnehmer aus und
überreicht einige sinnige Geschenke. Anschließend führt uns eine
freundliche Dame durch einen Teil der Klosteranlagen. Auf dem Berg war
im Mittelalter der Sitz der Grafen von Andechs und Herzöge von Meranien,
die 1248 ausgestorben sind. Nach Auffindung von deren Reliquienschatz
1388 blühte die Wallfahrt wieder auf. 1455 erfolgte dann auf dem
„Heiligen Berg“ durch die Wittelsbacher die Gründung eines
Benediktinerklosters. 1803 wurde es säkularisiert. 1850 erfolgte durch
König Ludwig I: von Bayern die Neugründung als Priorat des Klosters St.
Bonifaz in München. Die Kirche wurde von Johann Baptist Zimmermann im
Stil des Rokoko umgestaltet. Unter anderem hat hier auch der von den
Nazis in seinem musikalischen Schaffen abgelehnte Carl Orff gewirkt.
Seine Urne ist in die Seitenwand der Klosterkirche eingemauert. Im
Florianstadel werden seine Werke alljährlich aufgeführt. Im übrigen ist
Andechs heute neben seine religiösen Bedeutung ein florierendes
Wirtschaftsgut mit Klosterbrauerei, Brennerei, Gastronomie und
Landwirtschaft, aber auch ein gern besuchtes und genutztes Tagungs- und
Kulturzentrum. Die Brauerei hat einen Jahresausstoß von über 100.000 hl
mit sieben Sorten. Nach letzten Einkäufen im Klosterladen brechen wir
gegen 16,30 Uhr auf zur Rückfahrt. Über die A 96, das Kreuz Memmingen
und die A 7 geht es zurück nach Ellwangen und Aalen.
Die Exkursion war in jeder
Hinsicht eine „runde Sache“. Unser lieber Cbr. Dr.Walter Mießen FcA hat
die Fahrt logistisch und inhaltlich bis in letzte Details lückenlos mit
viel Liebe zur Sache und innerem Engagement vorbereitet und
durchgeführt. Zeitweilig ist dies unter erheblichen gesundheitlichen
Beschwerden erfolgt. Er war ja bis vor kurzem noch im Krankenhaus. Er
hat sich um den ostwürttembergischen CV in hohem Maße verdient gemacht !
Wir danken ihm alle herzlich dafür !
Heinz Betz GEl |