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Bericht über die  Festrede von Dr. W. Rödl anläßlich des 60. Stiftungsfestes des CV-Ortzirkels Aalen  am 12.November 2006. 

Muslime und Christen – Dialogpartner  oder Gegner ? 

Einleitend stellte Dr. Rödl klar, daß jedweder Dialog über Glaubensfragen einerseits Kenntnisse der eigenen  Religion und der Religion des Dialogpartners voraussetzt; nur so könne man überhaupt  einen interreligiösen Dialog führen. 

Anhand von Schaubildern erläuterte der Referent zunächst die Verbreitung des Islam im nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika und Europa. Mit ca. 3 Millionen Gläubigen sei der Islam nach den beiden großen Volkskirchen die zweitgrößte religiöse Gruppierung in Deutschland. Unter dem Oberbegriff Islam würden verschiedene muslimische Gruppen mit spirituellen, theologischen und politischen Besonderheiten zusammengefaßt. Die in Deutschland ansässigen Muslime seien meist türkisch stämmig und in der Mehrheit Sunniten (75%) und Aleviten (17%). Die Ahmadiyya-Bewegung (2,2%) sei besonders bei den pakistanischen Muslimen vertreten und öffentlich besonders aktiv. Einwanderer aus dem Iran und Afghanistan verträten meist den Islam schiitischer Ausprägung. .

In Deutschland gebe es ca. 2600 eingetragene Moscheen oder Moscheevereine. So auch in Aalen, Heidenheim und anderen Orten der Region Ostalb. Derzeit  zähle man in Baden- Württemberg  etwa 30 neuerbaute Moscheen .

Dr. Rödl legte in seinem umfangreichen Referat sodann den Schwerpunkt auf die Darstellung von Herkunft, Glaube, Kult und Ethik des  Islam und zeigte gemeinsame bzw. unterschiedliche Glaubensinhalte von Christentum und Islam auf.

Der Islam sei wie das Judentum und das Christentum eine monotheistische Religion.Theologische Aussagen „Allah ist groß“ oder „Deus semper major“ zeigten den Muslimen und Christen gemeinsamen Glauben an den einen Schöpfergott. Auch  die heiligen Schriften, die Propheten, der Glaube an die Engel, an das jüngste Gericht und die Auferstehung von den Toten sind Muslimen und Christen gemeinsam.

Christentum und Islam unterscheiden sich wesentlich in ihrem Offenbarungs-verständnis: Hier Jesus Christus als Fleisch gewordenes Wort Gottes einerseits und dort der Koran als Buch gewordenes Wort Gottes andererseits. Hier wie in der Enzyklika Benedikts XVI. „Deus caritas est“ „Gott ist Liebe“ , dort die völlige Unterwerfung (wörtlich „Islam“) und die Sharia als der (schmale)  Weg der absoluten Gesetzestreue ins Paradies, Hier die aufgeklärte Trennung von Staat und Kirche dort der Totalitätsanspruch des Islam.

Als Fazit des Festvortrages ist festzuhalten:
Das nur ausgehend von einer fundierten Kenntnis der bei oberflächlicher Betrachtung nicht zu verstehenden  Gemeinsamkeiten und Unterschiede könne die interreligiöse Begegnung gesucht, und der Dialog zwischen Christen und Muslimen im Sinne des 2.Vatikanischen Konzil von 1963 geführt werden.

An den Festvortrag schloß sich ein reger Gedankenaustausch unter den Zuhörern an und mancher bedauerte es, daß keine Zeit für Nachfragen und Diskussion mit dem Referenten blieb.

 

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